Business Night 2019 Refernten
Business Night 2019
30. November 2019

Recruiting gegen Fachkräftemangel

„Viele Unternehmen leiden unter einem selbstgeschaffenen Fachkräftemangel.“
Frank Rechsteiner, CEO der Personalberatung Hype, bezieht sich mit seinem Zitat damit auf das Problem des Fachkräftemangels in Deutschland. ER geht davon aus, dass sich der Ursprung dieses Problems in der falschen Herangehensweise deutscher Unternehmen an die Personalbeschaffung wiederfindet. Vor allem wenn der Vergleich zu Rekrutierungsmaßnahmen der IT-Unternehmen in den Vereinigten Staaten gezogen wird, werden seiner Ansicht nach signifikante Unterschiede ersichtlich. Doch kann Deutschland wirklich die Problematik des Fachkräftemangels in MINT-Unternehmen beheben, indem es die HR-Techniken der USA übernimmt?

Fakt ist, dass die Personalbeschaffung in Deutschland immer noch wenig Spielraum für abweichende Muster offenlässt. Bewerber jenseits der 50 Jahre, die hierzulande auf der Suche nach Fachpositionen sind, können nur selten auf eine Einstellung hoffen. Anders in den USA: Hier werden gerade ältere Bewerber gesucht, die neben nur akademischen Fähigkeiten ein größeres Maß an Arbeitserfahrung mitbringen.

Im Gegensatz zu Deutschland wird in den Vereinigten Staaten vor allem auf eines beim Lebenslauf Wert gelegt: Berufliche Erfahrung - während Aspekte wie Alter und Herkunft geringere Priorität haben. Das ist der Grund, warum in einer amerikanischen Bewerbung weder ein Bild, das Geburtsdatum noch der Geburtsort angegeben werden. Diese Informationen sollen in der Evaluation der Kandidaten nicht gewichtet werden, da der Fokus ohnehin ausschließlich auf den Praxiserfahrungen und der akademischen Laufbahn liegt.

In Deutschland wird primär darauf geachtet, dass Bewerber exakt den Stellenausschreibungen entsprechen. Damit ergeben sich geringere Chancen für den einzelnen Bewerber, sollte jener nicht die erforderlichen Fähigkeiten nachweisen können. In den Vereinigten Staaten greifen Unternehmen hingegen sofort zu, wenn ein Kandidat herausragende Qualifikationen hat, selbst wenn er sich nicht exakt auf die ausgeschriebene Stelle eignet.

Was würde Rechsteiner in Bezug auf Human Resources und Recruiting deutschen IT-Unternehmen raten, um künftig besser agieren zu können? Er rät zu mehr Risikobereitschaft und ebenso dazu, den Mitarbeitern innerhalb des Unternehmens mehr Freiräume zu geben und sie mit weniger bürokratischen Richtlinien zu konfrontieren.

Auch innerhalb unserer studentischen Unternehmensberatung liegt der Fokus nicht darauf, bereits perfekte Berater zu rekrutieren. Unsere Vision ist, diejenigen Bewerber zu erkennen, die zunächst Qualifikation und Motivation zeigen sich so bestmöglich im Verein integrieren und mit ihren Fertigkeiten einen Mehrwert für unsere Organisation bringen.

Unsere Philosophie des Recruitings ist nicht den perfekten Kandidaten mit allen geforderten Fähigkeiten zu finden. Vielmehr vertreten und empfehlen wir als studentische Unternehmensberatung die Ansicht, hochqualifizierte Kandidaten zu erkennen und ihnen eine Perspektive zu geben, sich im Unternehmen weiterzuentwickeln und zu verwirklichen.