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5. Juni 2020

Kurzarbeit – und nun? Ein Status quo und Ausblick auf die Zukunft

Mit Corona begann die wahrscheinlich größte Herausforderung für Unternehmer und Mitarbeiter seit langem. Für viele Menschen am Anfang noch ein Fremdwort, entwickelte sich die Kurzarbeit schnell zu einem kontrovers diskutierten Thema. Wir stellen Ihnen in diesem Artikel die Voraussetzungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor und erklären, warum die Kurzarbeit heute teilweise immer noch schwerwiegende Folgen auf den Arbeitsmarkt hat.

Wer darf Kurzarbeit beanspruchen und welche rechtlichen Vorschriften sind bindend?

Grundsätzlich muss man zunächst definieren, wann sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer Anspruch auf Kurzarbeit haben. Dieser besteht, wenn mindestens 10 % der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 % haben. Der Bezug von Kurzarbeit ist bis zu 12 Monate möglich. Bis zum Ende des Jahres ist sogar eine Bezugsdauer von längstens 21 Monaten möglich. Um dies genau zu regeln, gibt es für Unternehmen feste Anordnungen: Typischerweise beträgt das Kurzarbeitergeld 60 % des vormalig pauschalisierten Nettogehalts. Berufstätige Eltern mit Kindern erhalten 67 %. Berechtigt sind alle Beschäftigten, die in der Arbeitslosenversicherung versichert sind. Der Arbeitgeber bekommt die Sozialversicherungsbeiträge erstattet. Das Kurzarbeitergeld gilt auch für Beschäftigte in der Leiharbeit. Aus der Region können nahezu alle Betriebe Kurzarbeit anmelden, was alle betroffenen Unternehmen auch getan haben. Einzig Unternehmen des öffentlichen Dienstes sind von der Kurzarbeit ausgeschlossen.

Wie geht es nun mit den Folgen der Kurzarbeit in Deutschland weiter?

Die Folgen der Pandemie und der damit einhergehenden wirtschaftlichen Konjunktur werden wir noch länger zu spüren bekommen. Viele Betroffene haben die Sorge, dass durch die Kurzarbeit die soziale Absicherung beeinträchtigt wird. Der Staat versichert hier jedoch, dass sich keine negativen Auswirkungen wie beispielsweise auf die Rente ergeben.

Welchen Einfluss hat die Kurzarbeit auf Kündigungen in Unternehmen?

Kündigungen spielen ebenfalls bei dem Thema Kurzarbeit eine große Rolle, da viele Unternehmen zu wenig Einnahmen bei gleichbleibenden fixen Kosten wie etwa Personalkosten oder Mietkosten haben. Die Einführung von Kurzarbeit ist allerdings rechtlich gesehen kein Kündigungsschutz. Betriebsbedingte Kündigungen sind laut dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales möglich, wenn die Beschäftigungsmöglichkeit der betroffenen Arbeitnehmer auf Dauer entfällt.

Welche Auswirkungen hat die Kurzarbeit konkret auf den Arbeitsmarkt und auf die Arbeitslosigkeit?

Die Arbeitslosigkeit stieg im Mai um 170.000 neue Arbeitslose. Insgesamt wurden laut Bundesagentur für Arbeit im Mai 2.813.000 Arbeitslose in Deutschland gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosenzahl um 577.000 Arbeitslose erhöht. Die Arbeitslosenquote stieg in Deutschland um 0,3 Prozentpunkte auf 6,1 %. Um 2,2 % ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal im Vergleich zum Vorquartal zurück. Das Statistische Bundesamt bewertete den Abfall als stärksten Rückgang seit der Finanzkrise. Im europäischen Vergleich ist Deutschland damit aber noch nahezu glimpflich davongekommen: In Frankreich und in Italien sank die Wirtschaftsleistung um mehr als das Doppelte. Das weltweite BIP schrumpfte preisbereinigt und im Vergleich zu Ende 2019 um 2,9 %.

Inwiefern beeinflusst diese Rezession die deutsche Wirtschaft?

Die Zahlen sind beunruhigend und Deutschland wird mit Sicherheit auch längere Zeit benötigen, um sich von der Rezession zu erholen. Aktuell sind genaue Zahlen und Prognosen der Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft aber schwierig. Die Corona-bedingten Reise- und Handelsbeschränkungen haben Deutschlands Außenhandel schwer erfasst. Hierbei gab es einen sehr starken Rückgang der deutschen Exporte. Gleichzeitig gingen auch die Importe zurück, wenn auch vergleichsweise nicht so stark. Immerhin ging die Zahl der Arbeitnehmer in Kurzarbeit im Juni von 7,3 Millionen auf 6,7 Millionen zurück.

Welche Hoffnungen können Arbeitnehmer trotz der negativen Entwicklungen durch Corona haben?

Neben vielen negativen Aspekten und Einflüssen kann die Kurzarbeit aber auch durchaus positiv genutzt werden, beispielsweise für die berufliche Weiterbildung. Hier ist eine Förderung durch die Agentur für Arbeit möglich, die bei positivem Bescheid einen Bildungsgutschein ausstellt. Arbeitgeber, die Beschäftigte für eine Qualifizierungsmaßnahme freistellen und während dieser Zeit das Arbeitsentgelt weiterzahlen, können bei der Agentur für Arbeit einen Zuschuss beantragen. Wer vor Einführung von Kurzarbeit eine berufsbegleitende Weiterbildung (abends oder am Wochenende) begonnen hat, kann diese fortführen. Kurzarbeit ist und bleibt ein Thema in aller Munde. Für viele Unternehmen und Arbeitskräfte war es der letzte Strohhalm in einer ungewissen Zeit. Dennoch werden größere Auswirkungen erst in der Zukunft erkennbar sein. Trotz allem gilt aber wie so oft: Wir in Deutschland sind nach wie vor mehr als glimpflich verglichen mit anderen Ländern aus der Krise hervorgegangen. Man blicke nur kurz auf die katastrophalen Ereignisse in Italien im März und April, wo sämtliche nicht überlebensnotwendige Unternehmen zwangsläufig schließen mussten. Hier in Deutschland haben viele Arbeitnehmer sich mittlerweile im 4. Corona-Monat an den neuen Arbeitsort im HomeOffice vertraut gemacht. Sowohl an der Technischen Hochschule Ingolstadt als auch bei uns - der studentischen Unternehmensberatung consult.IN - findet das Arbeiten ausschließlich von zu Hause über Videokonferenzen, Telefonate, Chats und Emails statt. Wir können nur bestätigen, dass trotz „nur” virtuellem Kontakt Dinge fast effizienter erledigt werden können und der Spaß mit Professoren, Kommilitonen und Kollegen bei consult.IN auf keinen Fall zu kurz kommt.